Adrian, Walter (1897-1963)

Walter Adrian, 14.10.1897 Bern - 1963. Schriftsteller, Journalist.
Heimatberechtigt in Olten, wuchs in Bern als jüngster Sohn einer Beamtenfamilie auf, durchlief dort das Literargymnasium, studierte später an den Universitäten Bern, Zürich und Rom, doktorierte in Neudeutsch, Germanistik und Kunstgeschichte. Nach einigen Jahren freier journalistischer Tätigkeit ließ er sich vom Verlag A. Francke in Bern als Lektor und Propagandist verpflichten, pflegt aber auch weiterhin ausgiebig den Journalismus, besonders als Kunstkritiker am «Bund».
Das literarische Werden Adrians stand schon während der Studienzeit stark im Zeichen des Wanderns und Reisens. Oft war er in Italien, hielt sich einmal ein halbes Jahr in Rom auf, durchstreifte von dort die Albanerberge, die Abruzzen und die Gegend um Neapel. Hier erwachte seine Erzählerlust. Reisenovellen und -berichte entstanden, daneben seine ersten Erzählungen: «In der Reifezeit», «Die Liebesgefährten», «Am Feuer», «Das Nachbarsbüblein», die meist in der «Neuen Zürcher Zeitung» und im «Bund» Abdruck fanden.
Ein Hauptmerkmal von Walter Adrians Aufsätzen und Erzählungen ist: den Eindruck des Welterlebens in seiner sinnlichen Fülle und Farbigkeit greifbar werden zu lassen, in plastisch wirkender Sprache, mit starkem Interesse an Kunst, Kulturgeschichte und Volkstum. Dieses Ziel verfolgt er auch in seinen Jugendbüchern, die zum Teil dem Abenteuer in der Fremde, zum Teil der Frühgeschichte der Schweiz gelten, und in seinen Radiosendungen.
Nachdem ihm die Schul- und Studienzeit anregende Beschäftigung mit der deutschen Literatur (durch Prof. Singer und Adolf Frey), mit der Antike (durch Gymnasialrektor Finsler) und der Kunst (durch Arthur Weese) vermittelt hatten, stand das beginnende literarische und journalistische Schaffen unter der Ägide des Feuilletonredaktors Hugo Marti. - Entscheidende Anregungen bewirkten zahlreiche Reisen nach Italien, Marokko, Algier, der Sahara, Mitteleuropa und nach dem Norden. - Zu seinen schönsten Erlebnissen rechnet Adrian eine Fußwanderung von Rom nach Neapel durch die alte Via Appia und die mit einem Freund durchgeführten Motorradreisen in Afrika und Norwegen.
In jungen Jahren hat er auch mit viel Passion in Theateraufführungen mitgewirkt. Daneben ist er enragierter, wenn auch (wie er behauptet) mittelmäßiger Skifahrer.
Sein Schaffen wurde 1942 mit dem Schweizerischen Schillerpreis ausgezeichnet, später durch eine Gabe der Erziehungsdirektion des Kantons und 1948 durch den Literaturpreis der Stadt Bern.

Erschienene Werke: Die ewige Erdenfahrt. Ein Vorspiel. Georg Kayser München 1932. - Friedliches Afrika. Reiseerlebnisse. Hans Feuz Bern 1936. - Kämpfer in Fels und Sand. Ein afrikanisches Abenteuer (Jugendbuch). Orell Füßli Zürich 1941. Französische Übersetzung: «Au soleil d'Allah.» Spes. Lausanne 1943. - Artos, der Tiguriner. Eine Erzählung aus der Frühzeit der Schweiz (Jugendbuch). Francke Bern 1947. - ~ Größere Arbeiten aus Zeitungen und Zeitschriften (als Separata erschienen): Italienischer Bilderbogen. Die schimmernde Stadt. Eine Morgenlandfahrt. Othello Turatti erzählt.

BernS 1949; 7/8

 

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